Im Folgenden wird ein kurzer Überblick gegeben über die unterschiedlichen Aufenthaltstitel für Ausländer zur Einreise und zum Aufenthalt im Bundesgebiet.

  • Wer braucht einen Aufenthaltstitel?

Sogenannte „Drittstaatsangehörige“ müssen für ihren Aufenthalt in Deutschland einen Aufenthaltstitel beantragen. Dazu zählen diejenigen Ausländer,  die vom Recht auf europarechtliche Freizügigkeit ausgeschlossen sind. Freizügigkeitsberechtigt sind grundsätzlich nur EU-, EWR- und Schweizer Bürger. Alle anderen müssen einen Aufenthaltstitel (z.B. Visum, Aufenthaltserlaubnis, Asylantrag, etc.) beantragen.

  • Welche Aufenthaltstitel gibt es?

Es wird grundsätzlich zwischen befristeten und unbefristeten Aufenthaltstiteln im deutschen Aufenthaltsgesetz unterschieden:

Unbefristete Aufenthaltstitel

Nur die

  • Niederlassungserlaubnis und
  • die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU (zuvor Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG)

berechtigen zum dauerhaften und unbefristeten Verbleib. Der Unterschied zwischen einer Niederlassungserlaubnis und der Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU ist folgender:

Die Niederlassungserlaubnis ist ein Aufenthaltsrecht, das sich auf das Bundesgebiet beschränkt, während die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU dem Ausländer darüber hinaus  in gewissem Umfang Freizügigkeit innerhalb der EU-Staaten gewährt, in denen die Richtlinie 2003/109/EG gilt, da der Erlaubnisinhaber bei Vorliegen der Voraussetzungen eine Aufenthaltserlaubnis in dem anderen Staat beanspruchen kann.

Befristete Aufenthaltstitel

Mit einem Gültigkeitsdatum versehen sind – abgesehen von den Asylanträgen –

  • Visum
  • Aufenthaltserlaubnis
  • Blaue Karte EU

Visum

Es besteht für einige Nicht-Mitglieder des Schengen-Raums eine Visapflicht, um in das Schengen-Gebiet einzureisen. Die Staaten, deren Bürger ein Schengen-Visum beantragen müssen, um in eines der Schengen-Länder einzureisen, sind auf der Homepage des Auswärtigen Amtes aufgelistet.

Das Visum muss in der Regel bei der zuständigen Botschaft oder beim Konsulat beantragt werden.

Die wichtigsten Visa sind

  • Visum der Kategorie D (D-Visum/Nationales Visum)
  • Visum der Kategorie C (C-Visum/Besuchsvisum)

Für längerfristige Aufenthalte ist in der Regel das nationale Visum erforderlich, das von einer deutschen Auslandsvertretung erteilt wird. Das nationale Visum der Kategorie „D“ wird für bestimmte Personen bewilligt, die in einem Schengen-Staat studieren, arbeiten oder sich dort dauerhaft aufhalten. Das nationale Visum berechtigt zu einer einmaligen Einreise und wird für Personen ausgestellt, die sich für eine bestimmte Zeit zu einem bestimmten Zweck in einem Schengen-Staat aufhalten müssen und danach wieder in ihr Heimatland zurückkehren.

Das nationale Visum ist zu unterscheiden vom Schengen-Visum der Kategorie C, das für einen kurzfristigen Aufenthalt bis 90 Tage (z.B. zu Besuchs-, touristischen oder geschäftlichen Zwecken) erteilt wird. Wichtigste Erteilungsvoraussetzung beim Visum der Kategorie C ist die Feststellung der Rückkehrbereitschaft in das Heimatland, die die Auslandsvertretung anhand einer Prognoseentscheidung treffen muss. Hierbei kommt es immer wieder zu Problemen.

Aufenthaltserlaubnis

Die Aufenthaltserlaubnis ist ein Aufenthaltstitel nach dem Aufenthaltsgesetz. Sie wird zweckgebunden und befristet an Drittstaatsangehörige erteilt. In der Regel wird eine Aufenthaltserlaubnis von der zuständigen Ausländerbehörde für 1 bis 3 Jahre erteilt. Anschließend kann die Aufenthaltserlaubnis unter bestimmten Voraussetzungen verlängert werden. Eine Aufenthaltserlaubnis wird für verschiedene Aufenthaltszwecke erteilt, wie z.B. Familiennachzug, Ausbildung, Erwerbstätigkeit, humanitäre Gründe, etc.

Voraussetzung für die Erteilung ist u.a., dass der Lebensunterhalt gesichert ist, die Identität geklärt ist und kein Ausweisungsgrund vorliegt.

Blaue Karte EU

Bei der Blauen Karte EU handelt es sich um eine bei erstmaliger Erteilung auf höchstens vier Jahre befristete Aufenthaltserlaubnis für Hochqualifizierte, die ein jährliches Mindestbruttogehalt von derzeit 50.800 Euro

(Ausnahme: Bei Erteilung einer Blauen Karte EU an Naturwissenschaftler, Mathematiker und Ingenieure sowie an Ärzte und IT-Fachkräfte wird eine niedrigere Gehaltsgrenze von derzeit 39.624 Euro zu Grunde gelegt) nachweisen können.

Grundsätzlich sollte vor der Antragstellung eines Aufenthaltstitels oder eines Verlängerungsantrags anwaltlicher Rat eingeholt werden. Wir informieren Sie gerne über die Erteilungsvoraussetzungen eines Aufenthaltstitels und sind Ihnen bei Ihrem Antrag behilflich.